
Roger Loewig
wurde am 5. September 1930 in Striegau/Schlesien (heute Strzegom, Polen)
geboren.
Nach seiner Flucht aus Schlesien 1945 schlug er sich als Land- und Forstarbeiter in der Lausitz durch,
bis er 1951 eine Lehrerausbildung in Ost-Berlin aufnahm, die er 1953 abschloss. Neben einer zehnjährigen Tätigkeit als Lehrer für Russisch, Deutsch und Geschichte an Berliner Schulen
widmete sich Loewig - als Künstler und Autodidakt - intensiv dem Malen, Zeichnen
und Schreiben.
Eine erste Ausstellung in privaten Räumen führte 1963 zur Verhaftung durch die Staatssicherheit und zur Verurteilung wegen staatsgefährdender Hetze und Propaganda in schwerwiegendem Falle. Bilder und Manuskripte wurden beschlagnahmt und teilweise vernichtet. 1964 konnte durch Bemühungen der Bundesregierung die Haftentlassung erwirkt werden. Loewig, aus dem Schuldienst entlassen, arbeitete nunmehr, weiterhin Repressalien ausgesetzt, unter äußerst schwierigen Bedingungen als freischaffender Künstler in der DDR.
1972 ergab sich für Roger Loewig mit Hilfe der Bundesregierung die Möglichkeit, nach West-Berlin auszureisen. Er bezog eine Atelierwohnung im Märkischen Viertel mit Blick über die Berliner Mauer ins märkische Umland.
1992 wurden Arbeiten Roger Loewigs im Staatlichen Museum Auschwitz gezeigt,
es war dies die erste Ausstellung eines deutschen Künstlers im ehemaligen
Vernichtungslager. Über hundert Einzelausstellungen im In- und Ausland und zahlreiche
Veröffentlichungen machten das Gesamtwerk einer breiteren Öffentlichkeit
bekannt. Bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, wurde Loewig im Oktober 1997
für sein Lebenswerk mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik
Deutschland ausgezeichnet. Am 4. November 1997 starb Roger Loewig in Berlin