Peter Pragal liest aus "Der geduldete Klassenfeind" und "Wir sehen uns wieder, mein Schlesierland – Auf der Suche nach Heimat"

Peter Pragal, 1939 in Breslau geboren und in Westdeutschland aufgewachsen, verlegte als Erster unter den akkreditierten bundesdeutschen Korrespondenten 1974 seinen Wohnsitz in die damalige DDR-Hauptstadt. Mit Ehefrau und zwei kleinen Kindern zog er freiwillig von München nach Ost-Berlin. Er lernte, hinter die Fassaden der SED-Diktatur zu schauen, wobei mit der Schärfe seines Blicks für die Unzulänglichkeiten auch sein Verständnis für die Menschen wuchs, die sich mit dem System arrangieren mussten. Seine insgesamt zwölfjährigen Erfahrungen hat er in seinem Buch „Der geduldete Klassenfeind“ beschrieben.
In seinem zweiten Buch mit einem dem „Schlesierlied“ entliehenen Titel „Wir sehen uns wieder, mein Schlesierland – Auf der Suche nach Heimat“ begibt sich der Autor auf eine Zeitreise, die in seine Geburtsstadt führt. Die Erkundung gipfelt in der versöhnlichen Erkenntnis, dass die schlesische Metropole heute als Brücke zwischen Deutschen und Polen wirkt, zwischen Menschen, denen die Stadt vor dem Krieg Heimat war, und Menschen, denen sie danach zur Heimat geworden ist. Pragal, der als Journalist für die Süddeutsche Zeitung, den Stern und die Berliner Zeitung arbeitete, liest aus beiden Büchern.