ECKHART GILLEN Freiheit oder Utopie – die Polarisierung der Kunstbegriffe im geteilten Deutschland

 

Das Roger Loewig Haus in Bad Belzig lädt herzlich zu einem Vortrag des Kunsthistorikers, Kunstkritikers und Kurators Dr. Eckhart Gillen ein.

Vortrag: Samstag, 24. Oktober 2026, 15 Uhr

Eckhart Gillen beleuchtet die historischen und politischen Hintergründe der unterschiedlichen Kunstbegriffe in den beiden deutschen Staaten, die bis heute Einfluss auf die aktuellen Kunstdebatten nehmen.

Eckhart Gillen studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Soziologie in Heidelberg und promovierte über antifaschistische und sozialistische Kunst in der SBZ und der DDR am Beispiel von Bernhard Heisig. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutsch-deutschen Kunst machten ihn international bekannt.

Zu seinen Ausstellungen gehören „Deutschlandbilder – Kunst aus einem geteilten Land“ (Berlin, 1997/98) und „Art of Two Germanys“ (Los Angeles) sowie „Kunst und Kalter Krieg. Deutsche Positionen 1945–1989“ (Nürnberg und Berlin, 2009). Im selben Jahr erschien sein Buch „Feindliche Brüder? Der Kalte Krieg und die deutsche Kunst 1945–1990“.

Er arbeitet als freischaffender Kunsthistoriker und lehrt seit 2013 Kunstgeschichte an der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg.

Wir freuen uns, Sie am Aktionstag „Feuer und Flamme“ zu diesem Vortrag im Roger Loewig Haus begrüßen zu dürfen.

Roger Loewig Haus
Museum und Gedenkstätte
Flämingweg 6
14806 Bad Belzig
www.roger-loewig-museum.de

ICH HABE NICHT VOR ZU KAPITULIEREN

 

Lyrik und Filme von Roger Loewig

Das Roger Loewig Haus in Bad Belzig zeigt vom
17. Oktober 2026 bis 2. Mai 2027 die Ausstellung.

Eröffnung: Samstag, 17. Oktober 2026, 15 Uhr

Zur Eröffnung gibt der Autor, Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben Tom Schulz unter dem Titel „Kreuzottern und Nester“ eine kurze Einführung in das lyrische Werk Roger Loewigs.

Roger Loewig ist vor allem als Zeichner und Maler bekannt. In dieser Ausstellung rücken zwei weniger beachtete Seiten seines künstlerischen Schaffens in den Mittelpunkt: seine Lyrik und seine Super-8-Filme.

Ein besonderer Ausgangspunkt der Ausstellung sind erhaltene Tonbänder, auf denen Roger Loewig eigene Gedichte liest. Seine Stimme, sein Rhythmus, seine Betonung und seine Pausen lassen die Texte auf eine neue Weise erfahrbar werden. Das geschriebene Wort erhält durch Loewigs eigene Stimme eine weitere Dimension.

Auch die lange unbeachtet gebliebenen Super-8-Aufnahmen eröffnen einen unmittelbaren Zugang zu seinem Werk. Loewig beobachtet Landschaften, natürliche Strukturen und Bewegungen, die Berliner Mauer und sein Umfeld im Märkischen Viertel. Vieles wirkt wie ein visuelles Notizbuch: Die Kamera hält Wahrnehmungen fest, aus denen später Zeichnungen, Bilder oder andere künstlerische Formen entstehen können.

Lyrik, Film und Zeichnung sind bei Loewig eng miteinander verbunden. Eindrücke und Motive wandern von einem Medium in ein anderes: Eine Landschaft kann zur Filmaufnahme, zur Zeichnung oder zum sprachlichen Bild werden. Die Tonbänder wiederum geben dem geschriebenen Wort seine Stimme zurück.

Mit der Ausstellung möchten wir deshalb nicht allein fertige Werke zeigen, sondern auch dem Prozess des Wahrnehmens und Gestaltens näherkommen. Die Filme zeigen nicht nur, was Roger Loewig gesehen hat – sie lassen für einen Moment nachvollziehen, wie er gesehen hat.

Roger Loewig Haus
Museum und Gedenkstätte
Flämingweg 6
14806 Bad Belzig
www.roger-loewig-museum.de

geöffnet Samstag und Sonntag 11–17 Uhr
Winterpause: 30.11.2026 bis 9.4.2027
sowie nach Vereinbarung: 033841 42167

Florian Merkel – Schein und Sein


Florian Merkel
zeigt eine Auswahl von Bildern aus fünf Jahrzehnten, die einen gezielten Einblick in sein fotografisches Schaffen geben.

Zu sehen sind Porträts aus den 80ern und aus neuerer Zeit, nächtliche Landschaften aus der Spätphase der DDR und Architekturfotografien von 2015, die sich mit der vergangenen Moderne der 90er und nuller Jahre auseinandersetzen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen großformatige Drucke mit urbanen und ländlichen Szenen, die 2013 auf überlagerten Filmen aufgenommen wurden und deutliche Spuren von physikalisch-chemischer Veränderung des Mediums zeigen.

Die aktuellste Arbeit ist eine Kooperation mit der Dresdner Künstlerin Lydia Thomas, die sich der Untersuchung von Himmelserscheinungen widmet.

In der Schau wird die funktionale Beziehung von Ästhetik und Inhalt untersucht. Die Fotografien dokumentieren zumeist Gewesenes ohne inszenatorische Narration. Ihre medialen Spezifika wurden bei der Verarbeitung ausgereizt aber nicht negiert. Dabei beeinflussen dem System immanente Störungen die Art und Weise, wie das Publikum über bereits sozialisierte Sehgewohnheiten die Arbeiten interpretiert.
Florian Merkel wurde 1961 in Karl Marx Stadt/Chemnitz geboren. Er studierte von 1981 bis 1986 Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945

Götz Aly liest im Roger Loewig Haus

Das Roger Loewig Haus – Museum und Gedenkstätte freut sich sehr, den bekannten Historiker und Publizisten Götz Aly zu einer Lesung in Bad Belzig begrüßen zu können. Am Sonntag, den 21. Juni 2026, um 15 Uhr liest Aly aus seinem aktuellen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“.

Das viel beachtete Buch behandelt eine der drängendsten Fragen der deutschen Geschichte: Wie konnten Menschen, die zuvor ganz normale Leben führten, innerhalb weniger Jahre zu Mitläufern, Profiteuren, Komplizen und Tätern eines beispiellosen Gewalt- und Vernichtungssystems werden?

In seinem umfassenden Werk bündelt Götz Aly seine jahrzehntelange Forschung zum Nationalsozialismus. Er zeigt, wie Verführung, soziale Versprechen, Angst, Gewalt, Opportunismus und moralische Entgrenzung ineinandergriffen. Zugleich macht das Buch deutlich, warum die Beschäftigung mit den Jahren 1933 bis 1945 nicht allein Rückblick ist, sondern auch den Blick für politische Gefährdungen der Gegenwart schärfen kann.

Ort: Roger Loewig Haus – Museum und Gedenkstätte, Flämingweg 6, Bad Belzig
Termin: Sonntag, 21. Juni 2026, 15 Uhr
Eintritt: frei / Spenden willkommen