Amrei Bauer liest aus Tagebuchnotizen ihrer Mutter.
Es wird wie ein Sog gewesen sein, hinein bis in die letzte Faser – hinaus geworfen bis in die Hand,
in die Linie, einatmen-ausatmen, Yin & Yang.
Annemirl Bauer hat gezeichnet und gemalt. Sie war eineaußergewöhnliche Frau und eine große Künstlerin.
Wir wissen zu wenig über sie, sträflich wenig, zu unserem eigenen Schaden.
Annemirl Bauer ertrug keinen Zwang, ihre Sucht, Sehnsucht hieß Freiheit.
Sie forderte viel und riskierte viel, sie lebte in der DDR.
Zwang wurde ihr zeitlebens auferlegt, die Freiheit zeitlebens verwehrt.
1939 wurde sie geboren, sie starb, viel zu früh, im Sommer 1989.
Im Herbst fiel die DDR in sich zusammen.
Aschegraue Männer hatten das Land regiert, und eben jene hatten den Bau der Mauer befohlen.
Gewalt war Männergewalt. Annemirl Bauer hielt ihre Kunst dagegen.
Die Frauen gebären das Leben, sie umsorgen und beschützen es.
So gehörte die rebellierende Frau wie von selbst zu den Dissidenten in der DDR.
1984 forderte sie öffentlich das Reiserecht als Menschenrecht eines jeden Bürgers ein.
(Sie blieb im Visier der Staatssicherheit bis zum Schluss)
1957 verließ Annemirl Bauer Berlin und zog nach Niederwerbig im Fläming.
Dort befindet sich heute der bildnerische und schriftliche Nachlass,
über den ihre Tochter Amrei Bauer wacht. Wichtiger noch, sie verwendet all ihre Kräfte,
um das Werk ihrer Mutter zur Geltung zu bringen.
Mit zunehmenden Erfolg!
Samstag, den 03. Oktober 2015
Wir laden Sie ein ins Roger Loewig Haus,
Flämingweg 6 in Bad Belzig.
Es beginnt um 16:00 Uhr,
der Eintritt ist frei.